#einsam

Einsamkeit ist fies. Oder? 

Früher habe ich mich oft alleine gefühlt und dachte, dass sei fies. Bis ich erkannte, dass es gar nicht zwingend das allein sein ist sondern eher noch tiefer sitzt. Die Einsamkeit kann nämlich auch anklopfen, wenn man unter Menschen ist. In meinem Fall prägte sich die Einsamkeit in Verbindung mit dem Alleinsein. 

Früher hatte ich in der Jugend ein paar komische Jahre. Den genauen Zeitraum kenne ich nicht mehr. 
Fakt ist, dass ich gemobbt wurde. 
Ich hatte wenig bis keine Freunde. Und es wurde gerne über mich gelacht. 

Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum es dazu kam, da ich mich nie so „seltsam“ fand. Im Gegenteil: ich war aufgeschlossen, tolerant und irgendwie auch immer fröhlich. 
Vielleicht war ich zu „positiv“? 
Ich habe es irgendwann unter „Kinder können so gemein sein“ abgetan, habe ein paar Jahre an mir selbst gearbeitet und musste aufpassen, dass ich nicht „klammere“, wenn sich eine neue Freundin auftat. 

Irgendwie habe ich es geschafft. 

Nach der Schule fing ich eine Ausbildung an und studierte im Anschluss – überall kamen liebenswerte, tolle Menschen in mein Leben, die mich bis heute begleiten. 

Inzwischen weiß ich: Alles hat seinen Sinn und manche Menschen kommen und gehen, wie es eben gerade für mich stimmig und vorgesehen ist. 
Ich habe gelernt zu vertrauen. 

Sorry, wenn der Text heute etwas stenographisch ist. Irgendwie geht es heute nur so. Und auch das habe ich gelernt: so zu sein, wie ich bin.

Ich rede wie mir der Schnabel gewachsen ist, ich schreibe so, wie es gerade passt – oder eben nicht. Diejenigen, die mich gut kennen wissen: wenn ich wenig oder gar nicht rede, dann stimmt etwas nicht. 

Aber zurück zum Thema: Ich war vielleicht einfach schon immer zu authentisch. Ich war einfach ich. Ich wollte zwar in einer Clique sein und auch Freunde haben, aber nicht um jeden Preis. Ich hatte auch nicht irgendwelche super Klamotten an, nur weil es gerade „in“ war. Nein.
(Ohje da fällt mir gerade die Mode der weißen Stiefel ein – hat das eine von euch mitgemacht? Sorry – nicht mein Geschmack ;))

Also – wann fühlte ich mich einsam? Eigentlich wenn ich alleine war. Bis mir irgendwann auch auffiel, dass ich mich inmitten meiner Freunde einsam fühlte. 
Nicht zugehörig. 
Nicht gesehen. 
Nicht verstanden. 
Nicht gehört. 

Im Prinzip hätte ich gar nicht anwesend sein können. 
Und gleiches fand auch statt, wenn mit mir gesprochen wurde – und ich bin wirklich gesellig und gerne im Austausch. Aber auch dann passierte es, dass ich die Gespräche doof fand, die Musik zu laut war und ich einfach am liebsten woanders wäre. Nur nicht dort, wo ich gerade war. 

Andere Beispiele: Auf der Couch. Oder Sonntags morgens im Bett. Klassiker. 
Wie oft habe ich mich da schon sowas von unwohl und traurig gefühlt. Ich kann es gar nicht sagen, wie häufig das war. Dann die Kommentare von Freunden: „Warum? Ist doch gar nicht schlimm – geht uns doch allen so, dass wir mal alleine sind. Dann unternimm doch was…schau ne Serie, les ein Buch…“
Das war aber alles nicht das, was ich tun wollte. Ich tat es allenfalls, um mich abzulenken und den Schmerz wegzudrücken. 

Seufz. Was soll ich sagen – es half alles nichts. Ich war irgendwann an dem Punkt, an dem ich bemerkte, dass ich was ändern musste bzw. wollte, damit ich mich eben nicht mehr diesem beschissenen Gefühl ausgeliefert sehen musste. Und ich wollte auch nichts mehr wegdrücken.

Und wo fing ich an? Bei mir! Im tiefsten Inneren… mit all meinen Gewohnheiten, Erfahrungen, Erziehungen, Glaubenssätzen und Mustern… 


Willkommen in der Persönlichkeitsentwicklung – einem Fass ohne Boden oder wie eine Freundin mal sagte: die Büchse der Pandora 😉

Viel Liebe für dich
Michaela

Hinweis

Ich bin weder Ärztin, noch Therapeutin oder Psychologin, bei einer Krankheit oder psychischen Störungen kann ich Dir nicht helfen. Hier bitte ich Dich, einen geeigneten Arzt oder Therapeuten aufzusuchen.

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